Die Alternativen zum Urknall
Das stationäre Universum
In die in elliptischen Galaxien beobachtbaren extrem großen Materieansammlungen, d. h. in die riesigen Schwarzen Löcher wird immer mehr Materie angesaugt, was einerseits zu deren Radioaktivität als Quasare , andererseits aber zu extrem hohen Gradienten des Gravitationsfeldes in diesen Objekten führt. Die aus der Schwerkraft resultierende Bindungsenergie eines Teilchens erreicht dann die Größenordnung der Ruhmasseenergie des Teilchens und kann damit zur Neubildu ng von Elementarteilchen führen. Es soll sich dann ein sog. Planckteilchen bilden, dessen Masse im Vergleich zur Protonenmasse immens groß ist und dessen quantenmechanische Raumausdehnung von der Größe seines eigenen Schwarzschildradius ist. Dieses Teilchen ist extrem instabil und zerfällt in kürzester Zeit in eine Kaskade von längerlebigen Barionen, deren stabilste Vertreter Protonen und Neutronen sind und die im weiteren neue interstellare Gaswolken bilden. Diese Gaswolken können sich nicht aus dem Anziehungsbereich des Schwarzen Loches befreien, führen also zur Bildung neuer Sterne innerhalb der Galaxie, zu der das Schwarze Loch gehört.
Setzt man eine solche quasikontinierliche Neubildung von Materie im Kosmos voraus, so bleibt sich der Kosmos ewig gleich und es gibt im Kosmos als Ganzes keine Evolution. In diesem Falle hat es auch keinen Sinn, von einer einheitlich im Kosmos ablaufenden Zeit zu sprechen. Es existiert dann kein synchronisierender einheitlicher Zeitparameter.
Nachdem im Jahre 1993 die überaus genauen Messungen der kosmischen Hintergrundstrahlung durch den Satelliten "COBE" ausgewertet waren, wurde die Theorie des stationären Universums endgültig verworfen, da diese im Gegensatz zur Theorie des Urknalls die Entstehung der kosmischen Hintergrundstrahlung nicht erklären kann. (siehe Alan Guth)
Das emergente Universum
Die Schleifen-Quantenkosmologie ermöglicht es, die Evolution des Universums bis vor den Urknall zurück zu verfolgen, wenn man wie von Bojowald beschrieben, Quantisierungsbedingungen in die Einsteinschen Gleichungen der klassischen Relativitätstheorie einführt. Die daraus resultierenden Ausgangsgleichungen besitzen eine stabile stationäre Lösung, die ein statisches Universum viel kleinerer Größe als das jetzt existierende beschreiben. Ein solches Universum könnte im Prinzip seit ewigen Zeiten existiert haben, bis es durch eine zufällige Quantenfluktuation instationär wurde und sich ausdehnte. Durch die Gravitationskräfte wurde es dann wieder auf die Größe eines Schwarzen Loches komprimiert. Nach der Theorie der Schleifen-Quantengravitation wird jedoch keine Singularität erreicht, sondern durch die auftretenden quantentheoretischen Abstoßungskräfte wird die Kontraktion bei einer minimalen Größe umgekehrt und das Universum expandiert erneut. Dabei entfernt es sich immer weiter vom stabilen Zustand, bis nach unzähligen solchen Zyklen schließlich die Bedingungen für eine Inflation erreicht wurden und der Start in das Universum heutiger Größe erfolgte.